Freitag, 1. August 2008

Annapurna Round Trek




Das Nepal Lied

Thomas Sauer und Thomas Schaller haben die Geschehnisse und Einzelheiten unseres Nepal Aufenthaltes in Versform festgehalten. Zum Mitsingen eignet sich die Melodie von “Es war ein mal ein Hamster...”. Vorgetragen durch die Autoren bei der ‘roof top party’ des hotel ABC.


1.
Am 11.8. geht sie los,
die Asienreise riesengroß.
Nepal soll der Zielort sein,
Startflughafen Frankfurt/ Main.

2.
Doch schon bevor das Flugzeug startet
ist unklar wer wo auf wen wartet.
Ohne uns fliegt keiner fort,
pünktlich kommen wir an Bord.

3.
18 Leute insgesamt
mischen auf das ganze Land.
Um den Kulturschock klein zu halten
wir die Gruppe aufgespalten.

4.
Alex, Steffen, Mario,
Paul und Jonas sowieso
und der Sebi noch dazu
rocken ab in Kathmandu.

5.
Die andre Gruppe ist noch besser,
von der Anzahl her auch größer.
Mit unserem Big Organizer
ziehn wir um Pokharas Häuser.

6.
Miri, Tuffi, Meike, Hanna,
Daniel, Madan, Mel und Julia,
Thomas blond und Thomas groß
außerdem zwei Physios.

7.
Um die zwei nicht zu vergrämen,
muß man auch sie mit Namen nennen:
Christiane und Nadine
bilden hier das Physio-Team.

8.
Nebst dem Mediziner-Reigen
wolln wir einen nicht verschweigen:
der Tuffi an der Schule lehrt
bei den Kindern sehr begehrt.

9.
Doch erst mal heißt es: habt genug
Sitzfleisch für den langen Flug.
2mal steig ma aus und ein
in Abu Dhabi und Bahrain.

10.
Besonders in den Emiraten
tut die Sonne ganz schön braten.
Bei 50 Grad um Mitternacht
schwitz ma bis die Schwarte kracht.

11.
Am Flughafen in Kathmandu
gehts dann richtig heftig zu.
Mit Blumen werden wir beschenkt
man trägt sie um den Hals gehängt.

12.
Der Onkel ist mit Bus vor Ort
und kümmert sich um den Transport.
Alles wird ganz fest verstaut,
damits vom Dach nix runterhaut.

13.
Eigentlich war es geplant,
daß wir tags drauf wieder fahrn.
Doch Petrus hatte was dagegen,
daß wir so schnell weiterfliegen.

14.
Der Monsoon ist kein Genuß,
weil es ständig regnen muß.
Mit den Wolken ists ein Drama,
nix los mit Panorama.

15.
Dann bleibt uns wohl nix andres übrig
als 1 Tag später ohne Frühstück
durchzustarten Richtung West,
falls uns das Wetter diesmal läßt.

16.
Endlich in Pokhara gelandet
wartet schon sehr fein gewandet
Mandans ganze Family
alle mit von der Partie.

17.
Besonders freut sich die Mama
den Sohn zu sehn nach einem Jahr.
Doch auch die anderen wern empfangen
und wie gewohnt mit Blumen behangen.

18.
Wieder steht ein Bus parat,
ders ganze Zeug zum Hotel karrt.
Vom Flughafen ists gar nicht weit,
direkt gelegen an Lakeside.

19.
Unsere Residenz is schee
sie heißt Hotel ABC.
Mit Garten, Balkon und TV
fühlst du wohl dich wie die Sau.

20.
Der Urlaub dauert nur 2 Tage
auf zur Klinik, keine Frage.
Auf den verschiedenen Stationen
muß das Lernen sich schon lohnen.

21.
Erst mal Innere – ist doch klar
beim Tiwari und beim Ranchandra.
Enteric fever als Verdachtsdiagnose,
das geht niemals in die Hose.

22.
Auf der Gyn herrscht so a Mief,
daß ich fast des kotzen kriech.
Mach ma glei mal 1 Tag krank
zur Erholung vom Gestank.

23.
Im Anschluß dann noch Chirurgie
und obendrein Pädiatrie.
Das reicht – wir ham genug getan,
schau ma uns lieber Nepal an.

24.
Ums gleich mal klipp und klar zu sagen:
wir wollen uns hier nicht zu sehr plagen.
Urlaub machen heißt das Ziel,
Erfahrung sammeln möglichst viel.

25.
Die Mädels fragen ständig nur:
„wann gehn ma denn auf Shopping-Tour?“
Kurta, Sari – her damit,
Nepali-Mode ist der Hit!

26.
Die Landesküche bietet dir
Momo, Dhal Baat und Tuborg Bier.
Doch kannst das Zeug nicht gut vertragen,
die Schärfe schlägt dir auf den Magen.

27.
Die Straßn san a Sauerei,
überall trittst in d Kuhscheiß nei.
Haschisch, Müll und Kuh-A-A,
Pokhara du bist wunderbar!

28.
Fortbewegung ist nicht schwer
blöd ist nur der Linksverkehr.
Doch besser als der Gang zu Fuß
ist Rad, Motorrad, Taxi, Bus.

29.
Willst du nach der Fahrt noch leben
mußt du ziemlich Obacht geben.
„Wer bremst, verliert!“ heißt die Devise
bei dem Chaos kriegst die Krise.

30.
Zur Erholung von dem ganzen:
Sightseeing und Rumstrawanzen.
Doch erwartet uns am Abend schon
die obligate Diskussion.

31.
Bei Dunkelheit von dem Gewitter
und Tee mit Rum so ein, zwei Liter
wird noch munter diskutiert
bis der Stromausfall sistiert.

32.
Große Runde oder kleine?
Deine Strecke oder meine?
ABC oder Poon Hill?
Keiner weiß mehr, was er will.

33.
Das gleiche Spiel mim Nationalpark:
keine Ahnung, wo ich hin mag.
Wie werd ich mich entscheiden?
am besten ists, daheim zu bleiben.

34.
Hast du irgendein Problem
mußt du zu Kalpana gehn.
Die Verwandschaft kümmert sich
um jeden Scheißdreck pingelich.

35.
Onkel, Tante, Oma, Opa,
Mausi, Sankalpa und Baba.
alle sind sehr hilfsbereit –
rund um die Uhr, jederzeit.

36.
Doch die Pflege geht zu weit,
wenn Kalpana dich einreibt.
Lieber Gott, ich bitte dich:
bewahre vor dem Durchfall mich!

37.
Bananen-Shake und Lemon Fanta
alles gibts bei Billy Bunter.
Zu Suppe, Sandwich und Pomm Fritz
bringt er die neuesten Kino-Hits.

38.
Straßensperrn und die Polizisten
schützen uns vor den Maoisten.
Doch lebt sichs hier – wir sind ganz ehrlich
als Tourist nicht sehr gefährlich.

39.
Als Madans Freunde gibts Discount
beim Einkauf und im Restaurant.
Doch sei beim Handeln nicht zu dreist,
damit du’s dir hier nicht verscheißt.

40.
Regenkleidung ist zu haben
hier in jedem Trekkingladen
für ausgesprochen wenig Geld:
wär schön, wenn sie auch trocken hält.

41.
In Nepal gehn die Uhren anders
und ich glaube, das liegt daran, daß
viele Gesten und Gebärden
total falsch verstanden werden.

42.
Zum Beispiel wenns ums Essen geht
kein Nepali dann versteht,
wenn man keinen Nachschlag will
und einfach sagt: „mir ists zuviel!“

43.
Zum Abschluß von dem kleinen Stück
wünschen wir Euch noch viel Glück!
Viel Spaß beim Trek, und gebt gut acht,
daß ihr keinen Unfug macht!

44.
Lieber Madan – ohne DICH
wär das alles nicht möglich.
Darum sagen wir dir Dank
und stimmen noch ein Loblied an:

Auf den BIG ORGANIZER –
ein 3faches
ZICKE- ZACKE!!!

Trekking - Anapurna Round

Tag 1 (Mo, 13.09.)

Busfahrt zum Startpunkt BESISHAHAR ("tiefe Stadt"). Liegt auch
nur auf 800m... Jedenfalls haben wir endlich einen Bus mit Hupe!! Also damt
meine ich: eine Hupe, die ihrem Namen gerecht wird. Mir ist auf der Fahrt
ungefaehr 42mal das Tromelfell geplatzt ;-) Einmieten in der ersten
Lodge, Abendessen (dabei riesige Vorfreude auf ein zuenftiges
Weisswurschtfruehstueck...) und gut Nacht!

Tag 2 (Di, 14.09.)

5.45 Uhr: Rendez-Vous im Schafsack!! Mit einer Kakerlake... Los gehts!
Nach einer Viertel Stunde erstmals akrobatische Aktion bei
Flussueberquerung; konnte Wasserkontakt nicht gaenzlich vermeiden...aber
kein Problem, war eh scheiss-heiss an dem Tag! Ankunft in NGADI, 940m,
Wanderzeit 5h (alles incl. Pausen...); war fuer den ersten Tag ganz ok,
jetzt noch waschen, duschen, Rucksack naehen, etc.; abends: Dal Bhat
gegessen nach Nepali-Style (also mit den Fingern der rechten Hand)
war echt gemuetlich! Jetzt noch ausruhen fuer den naechsten Tag, da laut
Reisefuehrer ziemlich anstrengend....

Tag 3 (Mi, 15.09.)

Erster richtiger Regenschirm-Einsatz; die Laune ist gut: sind an dem Tag ja
nur 400 Hoehenmeter....der erste Anstieg: die Laune wird
schlechter....Verdammt: 400 Hm netto koennen unterwegs ganz schoen fies
verteilt sein: zwei Stunden Treppen hoch, eine Stunde wieder runter (oh,
doch schon 20 Hm gewonnen...) oje, was mach ich da blos? Hab
eigentlich geglaubt, um meine Kondition stuende es so schlecht nicht... der
naechste (Moerder-)Anstieg: Scharnbecks Worte haemmern sich in meinen Kopf
und wollen mich nicht in Ruhe lassen!!! (kurze Erklaerung fuer alle, die
nicht Dominik Scharnbeck heissen: "So hosch s welle!"); naja:
Jammern hilft nicht....bei Anstieg Nr. drei denke ich nur noch voller
Bewunderung an.....das menschliche Kniegelenk! Ohne Witz: bei 15kg auf dem
Buckel lernt man es erst so richtig schaetzen ;-)Wetter immer noch
schlecht, aber Laune dafuer super, denn: Ankunft in JAGAT (1300 Hm), 7h 36
min.; leichter Muskelkater in den Schulten; ansonsten gluecklich; schlafe
selig ein mit dem Wissen, dass Tag Nr. 4 genauso sch....lecht werden soll.

Tag 4 (Do, 16.09.)

In der Frueh erst mal drei Liter Wasser gefiltert; macht Oberarme wie Anold.
Unterwegs erster Kontakt mit Maoisten: 1000 Rp. Wegzoll bezahlt und Rechnung
bekommen. Wanderzeit: 8h 2min, Ankunft in DHARAPANI (1860 (!) Hm) na, wenn
das mal kein gutes Omen ist ? Gestern war jedenfalls anstrengender
als heute; fuehl mich zwischenzeitich richtig fit und so, als ob ich echt
was geleistet haette; Daniel legt ein Hoellentempo vor!! Motivation, mich
dran zu haengen; Daniels Schrittlaenge ist echt der Hammer! Felix (Meikes
Freund) laeuft mit seinen Mega-Proportionen eh ausser Konkurrenz; Meike hat
einen winzigen super-leicht-Rucksack; ja ich weiss: klingt alles nach
Ausrede! Aber irgendwie muss ich doch erklaeren, dass ich schnitzelfertig
bin...der Abend wird voll lustig, weil der Besitzer unserer Lodge ein
ziemliches A.... ist, und wir deshalb beschliessen, uns ein wenig wie die
Israelis auf zu fuehren. (PS: israelische Touristen haben nicht unbedingt
den besten Ruf)

Tag 5 (Fr, 17.09.)

Meine Stoecke sing kaputt und ich muss mir die vom Felix ausleihen; Tempo an
diesem Tag: einfach nur krank...vor allem waehrend der Anstiege werden meine
Gedanken Daniel betreffend zunehmend unfreundlicher....nachmittags: endlich
mit BABS telefoniert und daraufhin: Stimmungshoch mit spontaner
Snickers-Attacke!! Nach 6h 2 min Ankunft in CHAME (2600 Hm). Anruf daheim
hat nicht geklappt, da Leitung tot :-(

Tag 6 (Sa, 18.09.)

Ankunft in PISANG (3140 Hm), Zeit: 5h 12min; war eine sehr einfache Etappe,
d.h. nur 1 Hoellenanstieg; Mittagspause direkt nach dem Anstieg war einfach
traumhaft! Tempo war heute normal, da Daniel kraenkelt und sogar seinen
Rucksack an Purna (unser Guide) abgeben musste. In vier Tagen komt der
Pass....

Tag 7 (So, 19.09.)

Zeit: 4h 32 min; Ankunft in MANANG (3540 Hm); war bisher die mit Abstand
einfachste und kuerzeste Etappe, da kein einziger fieser Anstieg! Wetter ein
Traum, morgen Ruhetag zur Akklimatisation; jaja, so langsam merkt man schon,
dass die Pumpe bei relativ wenig Anstregung relativ schnell schlaegt, bzw.
dass man sich aktiv aufs Atmen konzentrieren muss...unterwegs seit drei
Tagen die gleichen Leute getroffen (pendelt sich so langsam ein): zwei
Gruppen mega-beschissene Israelis, diverse nicht naeher bezeichnete
Einzelgaenger, und last but not least: Euan! Ein Schotte wie er im
Buche
steht: urgemuetlich und saunett!! Landschaftlich: gestern lauter Hanfpflanzen, heute eher wie in der Taiga: Waelder ueber Waelder, breite
Kieswege. Man haette "Herr der Ringe" auch problemlos in Nepal
drehen koennen, aber die Bewohner eignen sich eher fuer eine Zwergen- als
fuer eine Orc-Armee....Abends noch ein Tuborg ge-ext (relativ billig), was
sich mit Schweizer Roesti und Spiegelei nur bedingt gut kombinieren
laesst...


Tag 8 (Mo, 20.09.)

RUHETAG. Vormittags Ausflug zum nahegelegenen buddh. Kloster; war sehr
praechtig; dort von Moench eine Gluecksschnur umgehaengt bekommen. Selbige
schwimmt inzwischen leider irgendwo im Persischen Golf...
Nachmittags kleine Wanderung zum hiesigen Gletscher hoch: war nicht wirklich
lebensgefaehrlich, aber zugegebenermassen haette ich an zwei oder drei
Stellen ein Ausrutschen nicht ausprobieren wollen ;-)

Tag 9 (Di, 21.09.)

Der Aufstieg zum Pass beginnt...erstmal auf 4200 Hm, nach LETDAR. Laufzeit
4h 59 min. Wollte eigentlich duschen, aber das geht hier nur nach der
"Eimer-mit-(saukaltem)
Wasser-fuellen-und-drueberkippen-Methode"....Fairerweise muss man erwaehnen, dass man sich an das kalte Wasser recht schnell gewoehnt, denn
"lauwarmes Rinnsal" heisst auf Nepali-Englisch "Hot
Shower"!! Bei dieser Uebersetzung hatten doch bestimmt wieder die
Nepali-Aerzte ihre Finger im Spiel....Jedenfalls: hab mich fuers Stinken
entschieden. Sollen doch die anderen sehen, wie sie mit meinem Geruch
zurechtkommen. Nachmittags ein kurzes Schlaefchen mit Muetze und Schlafsack
(so langsam wirds kuehl hier oben), abends mit Euan und einem Aussie
gepokert.

Tag 10 (Mi, 22.09.)

Wetter zum zweiten Mal in Folge echt bescheiden: Nebel, Wolken,
Nullsicht....Israelis haben ihre Hosen getauscht (und auch noch falsch rum
angezogen....) die Nacht war echt kuschelig kalt, weil ich Depp gemeint hab,
eine lange U-Hose ist nur was fuer Frauenversteher. Aufstieg zum HIGH CAMP
(4700 Hm). So nach und nach kann ich meine konditionellen Vorteile
ausspielen (Strike!), die ich ohne die Trainingseinheiten mit
Daniel und Felix nie erreicht haette.....als es zum High Camp hoch geht,
kann ich unserem Porter noch folgen. Dazu ist folgendes zu sagen: Shamsher,
unser Traeger, ist ein 18-jaehriges Buerschchen mit der Figur von Brad Pitt
(nur garantiert ohne Silikon-Sixpack), dem die Hoehe nicht das Geringste
auszumachen scheint. Naja, dafuer ist er ja auch Nepali....aber es ist fuer
uns Hobby-Alpinisten trotzdem der Wahnsinn: federleicht und grazil, beladen
mit seinem eigenen Gepaeck sowie vier Schlafsaecken und einem
Verbandsmaterial-Beutel, schwebt er foermlich (in Turnschuhen!!) ueber jede
Schneeflocke hinweg, waehrend unsereins bei jedem Schritt keuchend
roechelnd (bei Stuerzen schon auch mal leise bis mittellaut fluchend)
froh ist, wenn er trotz HighTech Wanderschuhen noch unfallfrei einen
Fuss vor den anderen setzen kann...der Gipfel der Ironie: Shamsher ist
staendig am Pfeiffen und Singen, als wenn er uns sagen wollte, wie sehr er
sich doch ueber seine leichte Last freut! Die Jungs tragen normalerweise
naemlich bis zu 50kg und mehr!!!! Wir gehoeren dennoch zu der Spezies (im
Ggs. Zu den Israelis), die das meiste ihres Zeugs selber traegt; im uebrigen
sind wir der Meinung, dass das Verhaeltnis 4 Israelis : 5 Porter etwas
ueberzogen scheint.
Abends im High Camp noch eine Gruppe getroffen: Deutsche --> Bayern
--> Muenchner. Dann schaut mich der eine ganz komisch an und meint:
"Du warst doch vor vier Jahren in Werdau auf der
Rettungsdienst-Schule." Tja, was soll man dazu sagen: Markus
Wunderlich! So klein ist die Welt, dass man sich auf ueber 4000m auf dem
Dach der Welt trifft!

Tag 11 (Do, 23.09.)

GIPFELTAG. Mit dem Wetter hammermaessig Glueck gehabt: wolkenloser Himmel!!!
Aufstieg zum THORUNG LA (5416 Hm); nach ca. 2h (in denen ich Shamsher nicht
immer folgen konnte...) Ankunft auf dem Gipfel! Erst mal Bayernfahne
ausgepackt und zu den Gebetsfahnen gehaengt. Moment der Ankunft war
ueberwaeltigend! Um ein Haar haette sich meine feminine Seite durchgesetzt
und ich haett spontan einfach so losgeheult...aber ich konnt mich dann grade
nochmal am Riemen reissen. Wo kaemen wir denn hin, wenn jeder ueberall
einfach losflennt, wie er grad lustig ist!? Auf dem Gipfel coole Fotos
gemacht, dann den Abstieg ueber 1600 Hm in Angriff genommen: nach insg. 8h
40 min Ankunft in MUKTINATH (3800 Hm). Dort von einem Extrem ins andere: auf
dem Gipfel noch einen halben Meter Schnee, unten gute 20 Grad! Wollte dann
nach Hause telefonieren, aber das Rueckrufprinzip funktioniert halt selbst
in Nepal nicht, wenn irgend so eine Omme eine halbe Stunde das Telefon
belagert....wohlbemerkt waehrend (!) ich auf den Rueckruf warte! Was folgte
war die naechste Snickers-Attacke, aber diesmal aus Frust...Abends noch zwei
Sieger-Bier, war rechgt nett *hicks*

Tag 12 (Fr, 24.09.)

Nach 6h 44 min Ankunft in JOMSOM (2710 Hm); Wanderung durch die gigantische
Steinwueste im Flussbett des Kali-Gandaki; dabei vom Sandsturm fast umgeweht
worden...mittags den ersten Milkshake seit zwei Wochen!
Nachmittags-Telefonat mit Babs (ohne Rueckruf) verschlingt das Geld fuer
vier Tage....Plan B: fortan auf jedweden Luxusartikel wie Snickers etc.
verzichten! Treffen spaeter noch auf Euan und seinen Guide, die mir meine
Trinkflasche mitbringen!! War naemlich gestern von einer 40m hohen Bruecke
geplumpst; aber bis auf ein paar Dellen tiptop!

Tag 13 (Sa, 25.09.)

Ankunft in TUKUCHE (2590 Hm) nach 4h 3min. War der bislang gemuetlichste
Tag! Auf dem Weg dorthin haben wir Halt gemacht in Marpha: der Ort mit den
"besten" Aepfeln der Welt!! Naja, wir haben die Nepali-Meinung
nicht unbedingt geteilt, es sei denn, man steht auf schimmelnden Apfelkuchen
wie den vom Daniel....Danach kurze Stippvisite in einer Schnapsbrennerei,
ordentlich (trinkbare) Souvenirs eingekauft; in der Lodge ein bisschen
(unfreiwillig) an der Klospuelung rumgeschraubt, ansonsten nichts
aufregendes....

Tag 14 (So, 26.09.)

Ankunft in GHASA (ca. 2000 Hm), Zeit: 6h 7min. Sind untergebracht in einer
dezent nach Urin duftenden Lodge mit ungemuetlich vielen Leuten: eine
fuenfkoepfige Aussie-Fraktion, die Muenchner, zum Glueck war der Euan auch
noch da. Musste aus irgenwelchen Gruenden meinen Vorsatz mit den
Luxusartikeln leider sausen lassen. So ein Pech, aber wenns doch so gut
schmeckt!!

Tag 15 (Mo, 27.09.)

Ankunft in TATOPANI ("heisses Wasser") (1100 Hm); ist sehr
bekannt wegen seiner heissen Quellen. Nach 4h 23min gleich mal in eine
heisse Quelle gehuepft und konnte mich sogar vor den 10 Rupies Gebuehr
druecken! Hab dann zur Feier des Tages fuer alle eine Runde Snickers
geschmissen. Was bin ich doch grosszuegig ;-)

Tag 16 (Di, 28.09.)

Ankunft in GHOREPANI (2700 Hm) nach einer Wanderzeit von 7h 56 min. Hat aber
nur so lange gedauert, weil wir ueber eine Stunde aufs Mittagessen warten
mussten, was selbst fuer hiesige Verhaeltnisse unverschaemt lange ist. Wer
-wie ich...- geglaubt hatte, der anstrengende Teil sei mit dem
Gipfelsturm erledigt, wurde bereits am Vomittag eines Besseren belehrt: bei
einem schnuckeligen Anstieg ueber 1600 Hm brauchte ich soviel Zucker in Form
von Twix und Coke, dass ich echt froh war, meinen Luxusartikel-Vorsatz ueber
Bord geschmissen zu haben. Als wir dann in Ghorepani gelandet sind, hatte
ich grad noch soviel Energie uebrig, dass ich mich auf ein Volleyball-Match
mit
der Dorfjugend eingelassen hab; nur leider wurden meine Faehigkeiten weder
fuer Angriffsbemuehungen noch Aufbauspiel benoetigt, sodass ich zumeist in
die Rolle des Ballholers gedraengt wurde...Und wenn ich mal einen
Ballkontakt wollte, musste ich schon aufschlagen. Aber was solls, Spass hats
rotzdem gemacht!

Tag 17 (Mi. 29.09.)

Wieder mal schlechtes Wetter, was bedeutet, dass unswer Zwischenhoch am
Gipfel die absolute Ausnahme war. Aber sie kam wenigstens genau zur rechten
Zeit! Heut war die Tour so richtig rutschig-matschig, dass ich mich gleich
fuenf mal auf den Boden gesetzt hab. Oder besser: setzen musste...die
Aussies und Muenchner haben sich von uns verabschiedet, weil sie noch eine
andere kleine Tour dranhaengen (Zitat Felix: "richtich, wichtich,
POPichtich") , waehrend wir allesamt wieder froh sind, dass
wir die Tour unfallfrei hinter uns gebracht haben! Die Vorfreude auf Daheim
steigt ins Unermessliche!!
Bei einer Fotosession mit dem Titel "Helmut in der Blumenwiese"
(Helmut ist uebrigens mein Pluesch-Marienkaefer) kam ich auf die grossartige
Idee, mich in selbige hinein zu legen. Mit dem Ergebnis, dass wir erstmal
beschaeftigt waren, ca. 20 bis 30 Blutegel von meiner Hose zu
pfluecken...aber was tut man nicht alles fuer atemberaubende
Landschaftsaufnahmen ;-) Abends endlich nach 6h 45min Ankunft in
GHANDRUK (1950 Hm). Mussten uns in der Lodge noch masslos ueber 20 Japsen
aufregen, die kein gutes Licht auf ihr Herkunftsland geworfen
haben....Trotzdem war der letzte Trek-Abend sehr entspannend: Apfelmost und
Bier, das lob ich mir...dazu noch ein bisschen Gras, schoen ist
das.....(keine Sorge: wir haben nur probiert, denn wenn das Zeug schon
direkt vor der Haustuer waechst....das waer ja wie ein Oktoberfest-Besuch
ohne Bier)>


Tag 18 (Do, 30.09.)

Jetzt machen die Japaner auch noch die mega schwule Morgengymnastik...waer
wohl sinnvoller, sie wuerden ihre 3000 kg Gepaeck selber tragen. Der letzte
Tag im Kurzueberblick:
- Shamsher gibt mein "Sport-Hapfelmeier-T-Shirt" nicht mehr
her...das hatte ich ihm eigentlich nur gegeben, damit er beim Regen mal was
Trockenes anhat.
- Nach 3,5h gemuetlichen Trepp-Ab-Steigens zweistuendige Busfahrt von
NAYAPUL zurueck nach POKHARA
- Als erstes zu "Billy Bunter" (Best Restaurant in Town) und
"Spider Man II"; angeschaut

Freu mich riesig auf Daheim mit allem, was dazu gehoert, auf die Uni, die
Doktorarbeit (die ich leider nicht hier kaufen konnte...), und darauf, meine
Leute alle in spaetestens zwei Wochen wieder zu sehen!!

Thomas Schaller

Trekking - Our Guides


Stand: 28.11.05





Unser Guide – Ganga Tamang

Wir, Johanna, Miriam, Thomas und Markus waren 3 Wochen mit Ganga Tamang als unseren Trekking Guide in der Annapurna Region unterwegs. Er führte uns von Pokahara aus zum ABC (Annapurana Base Camp) und von dort aus über Ghorepani, Tatopani nach Mukthinath. Wir fühlten uns bei ihm stets gut aufgehoben, da er zu jeder Zeit den richtigen und auch den sichersten Weg kannte. In jeder der Lodges, die er uns empfahl waren wir herzlich aufgenommene Gäste und er ein gern gesehener Freund. Er war stets sehr hilfsbereit und bemühte sich, uns auch `Außertouristisches` über Land und Leute zu zeigen, so durften wir getrocknetes Büffelfleisch probieren und auch `hinter die Kulissen` der nepalesischen Küche schauen. Mit Gangas Humor machten die Unterhaltungen während des Treks immer Freude. Er verstand es aber auch durch seine ruhige Art uns die wundervolle Natur des Himalajas genießen zu lassen. Wir möchten uns deshalb für diese drei tollen Wochen bei ihm bedanken und auf diesem Weg ganz herzlich grüßen!


Our guide – Ganga Tamang

We, Johanna, Miriam, Thomas and Markus, were travelling through the region of Annapurna with our guide Ganga Tamang for 3 three weeks. The tour having started in Pokarah, Ganga lead us over ABC (Annapurana Base Camp) to Ghorepani, Tatopani and finally Mukthinath. We felt absolutely secure under his guidance, as he always knew and chose the right and also the safest ways to hike on. In all the lodges he recommended us to stay in, we were heartily welcomed and treated like friends.
In general Ganga is very helpful and tries to show his groups many of Nepal’s “non-touristy” attractions. We were, for example, allowed to take a look behind the scenes of nepalese cuisine and were offered some dried buffalo meet…Another of Ganga´s characteristics is his humor, which definitely livened up the conversations we had on the trip. Still he can also be very calm and balanced and through this enabled us to fully experience and enjoy the wonders of the Himalaya.We`d like to thank him for the three fantastic weeks in Annapurna and wish him all the best!

Schulpraktikum in den Bergen Nepals



Der Weg zu meiner Schule in Nepal schlängelt sich über eine Schotterpiste den Berg hinauf auf einen der vielen Hügel rund um Pokhara. Vier Wochen durfte ich in der Mahendra Secondary School in Gharmi Madans Heimatdorf, Erfahrungen sammeln. Auch beim Motorradfahren. Madan hatte während der Vorbereitung unserer Reise den Kontakt zu seiner ehemaligen Schule geknüpft.


Schule:
Das Schulgebäude liegt etwas abseits des Dorfes auf dem Rücken des Berges mit Blick auf Pokhara und die angrenzenden Täler.
Es ist ein kleiner Schulhof umrundet von einem u-förmigen Schulbau. Die Klassenzimmer betritt man alle aus dem Freien, es gibt keine innen liegenden Gänge. Jede Klasse besitzt ihr eigene Klassenzimmer. Die Schule besitzt auch kein fließend Wasser, weshalb auch alle sanitären Anlagen fehlen. Die Toilette befindet sich für alle Schüler und Lehrer hinter der Bauruine eines neuen Schulgebäudes, welches von den Japanern vor einigen Jahren begonnen, aber nie fertig gestellt wurde.

Alltag:
Details zum nepalesischen Schulsystem findet man auf der Seite der
Govinda e.V.
Die Schule in Gharmi lehrt von der 5. bis zur 8. Klasse. Im Schnitt sind je 30 Schüler in einer
Klasse. Gelegentlich gibt es bis zu 36 Kinder in einer Klasse.
Das Lehrezimmer ist wie die Klassenzimmer sehr spärlich ausgestattet. Es wird zum Teil mit sehr veralteten Büchern unterrichtet, die allesamt (wahrscheinlich auf Grund des Klimas) aus dem Leim gegangen sind. In den Pausen wird von einem Lehrerkollegen für alle zusammen eine kleine Mahlzeit auf einem Kerosinkocher zubereitet. Meistens handelt es sich dabei um geröstete Kichererbsen mit einer sehr leckeren Gewürzmischung. Frisches Regenwasser gibt es aus einem Sammelgefäß zu trinken (was den Praktikanten wegen der Diarrhö nicht zu empfehlen ist).

Alle Lehrmittel dieser Schule passen in ein kleines Regal, was darauf schließen lässt, dass der Unterrichtsstoff meist nur durch sprachliche Erklärungen oder durch ein einfaches Tafelbild veranschaulicht werden muss. Somit findest in dieser Schule ein sehr stark lehrerzentrierter, frontaler Unterricht statt.
Hier gäbe es Ansätze für ausländische Praktikanten neue Unterrichtsformen, Veranschauungsmaterial und neue Methoden einzusetzen, um den Unterricht differenzierter und schüleraktivierender zu gestalten.


PC Projekt:
Während der Planung meines Praktikums in Nepal machte ich mir zusammen mit Madan Gedanken, was wir den Kinder als Geschenk aus Deutschland mitbringen könnten. Da in der heutigen Zeit das Grundwissen im Umgang mit EDV für ein erfolgreiches Berufsleben Vorraussetzung ist, entschieden wir uns, Computer für diese Schule aus Deutschland mitzubringen. Wir konnten die Möbel Mahler GmbH davon überzeugen, uns zwei PCs und ein Notebook zu überlassen, die die Schüler in Gharmi, Nepal erhalten sollten. Leider war es nicht möglich alle drei Geräte mit nach Nepal zu nehmen, in Frankfurt wurden die optimal in vier Pakete verpackten PCs von der Fluggesellschaft abgelehnt. Ich konnte das Notebook im Handgepäck mitführen. Die Mahendra Secondary School in Nepal ist nun stolzer Besitzer eines Notebooks, mit dem der Grundstein für die geplanten computer lessons an der Schule geplant sind. Momentan arbeiten wir daran die Pakete mit den restlichen beiden PCs nach Nepal zu schicken.
Während meines Praktikums gab ich erste Theoriestunden zum Thema Computer und die Lehrer bemühen sich nun dieses Thema in den Unterricht mit einzubeziehen.
Natürlich stellt sich die Frage des Nutzens für die Dorfkinder? Wir kamen durch unsere Erfahrungen in Nepal zu der Ansicht, dass der technische Fortschritt und der Einfluss der westlichen Kultur auf die Landbevölkerung unaufhaltsam fortschreitet, da die Jugend selbst unheimlich daran interessiert ist.
Wer in Nepal Kenntnisse im Umgang mit den Neuen Medien und dem Internet besitzt hat immens höhere Chancen auf eine gute Bildung als ohne. Er kann sich besser an weiterführenden Schulen oder führenden Konzernen auch über weite Strecken oder sogar im Ausland bewerben. Dies ermöglicht das Internet, das fast überall schon Einzug hält. Die einfachsten Berufe wie Porter oder Trekking Guide erhalten fast ausschließlich ihre neuen Aufträge per E-Mail und stehen direkt mit den Touristen im Ausland in Kontakt. (Über unsere Homepage kann man ebenfalls mit unseren Guides direkt in Kontakt treten our guides.) So wird auch der Ausbeutung durch Zwischenhändler vorgebeugt. Dies ist leider noch gang und gebe in Nepal.



Health Lesson:
Da unsere Gruppe aus 18 Medizinern und einem Lehramtsstudenten bestand, kamen wir während unseres Aufenthalts auf die Idee eine Gesundheitsstunde zu veranstalten. Miriam, Thomas, Daniel und Madan machten sich einen Tag mit mir auf den Weg und besuchten die Schule in Gharmi. Für die Kinder war es unheimlich interessant, erstens so viele Ausländer zu Besuch zu haben, und dann auch noch etwas praktisch ausprobieren zu dürfen. Hierzu ist es wichtig die medizinische Versorgung und das nepalesische Gesundheitssystem zu kennen (Famulaturen). In Nepal gibt es wirklich noch die `weißen Götter` die die Leute auf wundersame Weise heilen können. Die Menschen wissen fast nichts über medizinische Untersuchungsmethoden und Therapien.
Die Kinder sammelten alle Dinge in einer Tabelle an der Tafel die gut oder schlecht für die Gesundheit sind und durften anschließend noch mit mehreren Stethoskopen gegenseitig ihre Herztöne hören.



primary level

Klima:
Während ich in dieser Schule zu Gast war herrschte noch subtropisches Klima, das mir zu schaffen machte. Die Kleidung klebte mir den ganzen Tag am Leib und ich sah wohl so aus, als ob ich soeben aus der Dusche käme. Der kühlende Wind auf dieser Bergkuppe war wie ein Geschenk. In meiner Praktikumszeit kam es dazu, dass ein Teil der Außenmauer des Lehrerzimmers einstürzte und es von einheimischen Handwerkern wieder aufgebaut werden musste, nachdem die schwierige Finanzierung dieses Vorhabens einige Zeit in Anspruch nahm.
Hier werden die Bedingungen der räumlichen Gegebenheiten deutlich, unter denen unterrichtet werden muss.
Ich wurde von allen Lehrenden und Schülern äußerst nett und freundlich empfangen und es machte unheimlich Freude an dieser Schule in einer völlig anderen Kultur teilnehmen zu dürfen. Der Abschied, der natürlich einen ganzen Schultag zelebriert wurde (mit von den Schülern selbstverfassten Gedichten und Erzählungen und unheimlich viel und wunderschönem Blumenschmuck), fiel uns sehr schwer.

Zukunft:
In Zukunft wollen wir weiterhin Studenten an die Mahendra Secondary School in Gharmi bringen, die dort ihr Schulpraktikum absolvieren können. Sie erhalten alle ein Praktikumszeugnis, das in den meisten Fällen von PH oder Uni anerkannt wird. Bitte Näheres an der eigenen Hochschule erfragen.
Vielleicht wollt ihr selbst ein Praktikum in Nepal machen oder ihr habt fragen zu diesem Praktikum, dann meldet euch einfach bei uns. Entweder bei unserem Organisator
Madan oder bei mir.

Markus Tuffentsammer

Famulaturbericht Fewa City Hospital

Link zum Krankenhaus:http://www.geocities.com/fewacity/



Beschreibung:
Fewa City Hospital ist die beste Privatklinik in Pokhara mit 30 Betten, ca. 5 min mit dem Motorrad von Lake Side entfernt. Es gibt eine Notfall-Ambulanz, OP, Labor, Röntgen und Bettenstation. Fachärzte für Orthopädie, Radiologie, Chirurgie, Innere, Kinderheilkunde, Kieferchirurgie, Urologie und Anästhesie sowie Assistenzärzte für die Notaufnahme sind hier Beschäftigt. Das Krankenhaus ist recht neu und befindet sich in einem ehemaligen Hotel.


Alltag:

Jeden Morgen fuhr ich um 7:30 Uhr mit dem Bus von Lake Side zum Krankenhaus (7 RS). Man steigt einfach an „der Ampelkreuzung“ aus. Wenn der Bus nicht von alleine hält, muss man nur einmal pfeifen, dann weiß der Fahrer Bescheid, dass jemand aussteigen will. Vor dem Krankenhaus stehen meist schon die Angehörigen an der Apotheke Schlange. Um 8 Uhr ist „Runde“ in der Notaufnahme: 11 Betten, 1 Arzt und 2 Assistenten. Meistens ist die Ambulanz voll. Angehörige drängen sich um die Patienten, versorgen sie mit Essen und kaufen die nötigen Medikamente ein. Wir gehen durch die Station. Der Internist stellt mir ein paar Fragen zu einer Patientin mit Lungenentzündung. An das Nepali-Englisch muss man sich erst gewöhnen. Ein Patient hat Kopfschmerzen und Fieber, der Arzt ordnet ein Röntgenbild des Schädels an. Verdachtsdiagnose: Sinusitis. Das Bild kostet 500 Rs und muss vom Patienten selbst bezahlt werden, ebenso jedes Medikament, die Untersuchungsgebühr, jede Spritze usw.
Anschließend gehen wir durch die Bettenstation. Der Chirurg zeigt mir einen ungewöhnlichen Fall. Eine Patientin, die er am Vorabend wegen einer Gallengangstenose operiert hat. Im Gallengang fanden sich Würmer. Der Patientin geht es relativ gut, sie hat noch 2 Drainagen in der Bauchhöhle. Der behandelnde Arzt will diesen Fall publizieren. Immerhin heißt das Krankenhaus ja „Fewa City Hospital and Research“. Nach der Runde am Morgen gehen die Fachärzte ins staatliche Krankenhaus, um dort zu arbeiten. Dann ist die Notaufnahme nur mit einem Assistenzarzt besetzt. Fachärztliche Konzile und Operationen müssen bis abends warten. Gerade sind die „Consultings“ weg, kommt ein junger Mann, 17Jahre, mit einem akuten Scrotum. DD Hodentorsion, Hernie oder Orchitis? Der Urologe ist schon weg, wir müssen warten, bis er am Abend wiederkommt. Gegen die Schmerzen bekommt der Patient erst Diclo, danach Tramadol i.m.. Ich frage nach, ob man zur Diagnose keinen Ultraschall vom Hoden machen könnte. Falls es eine Hodentorsion ist, sollte man doch zügig operieren! Die Antwort: „Kann man, macht man aber in Nepal nicht“. Wir warten. Als der Radiologe um 16.00 Uhr zurück ist, entscheidet man sich doch, ein Sono zu machen. Immerhin gibt es hier ein modernes Sono mit Doppler. Um 18:00 sind der Urologe und die Anästhesistin zurück, die OP kann endlich beginnen; nach 9 Stunden Warten!
Ich schaue dem Orthopäden zu, der eine kindliche Humerusfraktur mit K-Drähten richtet. Er erklärt mir: „In Deutschland schaut ihr mit Röntgen nach, ob die Fraktur richtig steht. Hier machen wir einen Hautschnitt, präparieren auf den Knochen herunter und sehen dann, ob die Fraktur gut gerichtet ist“. Das Kind tut mir leid. Wenn es aufwacht wird es mehr Schmerzen als nötig haben, nur weil es im OP kein Röntgengerät gibt. Auch die Narkose ist sehr interessant: Man nehme etwas Ketanest und lasse das Kind schlafen. Dann hält man ab und zu die Hand vor Mund und Nase um zu sehen, ob es noch atmet. Auf Sauerstoff, Pulsoxy, Blutdruck und EKG verzichtet man großzügig. Na ja, aber immer noch besser als in Krankenhäusern außerhalb der größeren Städte, wo die Äthernarkosen noch Standard sind.
Unterschiede zu Europa:
Vieles ist hier anders als in Europa, vor allem aber muss gespart werden. Die Patienten haben meistens nicht viel Geld und so muss man mit dem Nötigsten auskommen. Bei uns ist es selbstverständlich, alle Produkte im Überfluss vorrätig zu haben. Kein Patient muss sich darum sorgen. Zum Beispiel habe ich bei einem Patienten einen periphervenösen Zugang verpatzt. In Deutschland werfe ich die Kanüle einfach weg und nehme eine neue. Diese hier hat der Patient aber selbst bezahlt und er will natürlich keine neue kaufen. Also wird sie durchgespült und wieder verwendet, bis sie sitzt.
Es gibt aber auch positive Beispiele. So ist Fewa City Hospital das einzige Zentrum in Pokhara, das eine laparaskopische Cholezystektomie anbietet. Und das kann der Chirurg sehr gut, wenn es sein muss auch nur mit einer Instrumentierschwester zusammen. Auf sein Endoskop aus Deutschland ist er besonders Stolz.

Die häufigsten Erkrankungen in Nepal sind:

-Enteric Fever
-COPD
-Cholezystolitiasis
-KHK
-Typhus
-Pneumonie
-Diarrhoe
-(seltener: Malaria, Tuberkulose, Lepra)

Wenn man diese Krankheiten kennt, kommt man schon recht weit.

Problem Sprache:

Ein Problem war allerdings die Sprache. Zwar wird am Krankenbett Englisch gesprochen, aber nur wenige der Patienten können Englisch. Es ist also sinnvoll, ein paar basics zu lernen, wie z.B.:

-Wie geht es ihnen? = Tapailai kasto cha?
-Tut das weh? = Dukka cha?
-gut= ramro


Einige medizinische Besonderheiten, die man in Nepal beachten sollte:

-Die Lunge wird von vorne abgehört, nicht wie bei uns von hinten. Auch durch die Brust hindurch!
-Dem internistischen Patienten IMMER in die Augen schauen, sonst ist man kein guter Arzt. Egal was der Pat. hat. Achte auf Ikterus und trockenes Auge (Zeichen für Exikose)
-Bei Fieber immer Meningitis-Zeichen checken.
-Milz tastet man in rechter Seitenlage bei tiefer Exspiration. Das wird sehr gründlich praktiziert.
-Kopfschmerzen, evtl. mit Fieber oder Trigeminusdruckschmerz ist verdächtig auf Sinusitis. X-Ray vom Schädel!
-Bei enteric fever immer trippel-Antibiose aus: Metro, Cipro und Amikacin.
-Ampullen haben keine Sollbruchstelle, sie werden aufgeschlagen.
-Handschuhe werden aus Kostengründen resterilisiert. Meist in Größe 7 vorhanden, wenn man viel mitoperieren will evtl. eigene mitbringen.
-Jeder in Nepal schluckt Vitamine (B12), „weil sie stark machen“.
-CT ist für Patienten eine Behandlung! (Wurde CT gemacht? Dann bist du ja gut behandelt)


Fazit:

Ich fand die Famulatur sehr interessant und lehrreich. Vor allem weil hier vieles anders läuft als in Deutschland und man lernt, auch mit einfachen Mitteln Medizin zu praktizieren. Wer allerdings meint, als deutscher Student nach Nepal zu kommen und alles selbst machen zu dürfen (operieren, Geburten,...), der täuscht sich. Patienten in Nepal sind keine Versuchskaninchen für deutsche Studenten! In der Regel darf man eher weniger praktisch arbeiten als in Deutschland. Dafür sieht man viele Krankheitsbilder, die in Deutschland selten sind. Man lernt hier, dass es nicht überall selbstverständlich ist, dass einem jederzeit die komplette Palette an medizinischer Versorgung zu Verfügung steht. Daher ist eine solche Famulatur immer empfehlenswert.
Daniel Eger

Famulaturbericht über 4 Wochen im Manipal-Hospital Pokhara

Wie ich gerade feststellen muss, ist es nicht gerade einfach, einen interessanten Famulaturbericht zu verfassen. Und das obwohl die Famulatur selbst wirklich sehr interessant war.

Somit beginne ich einfach mit einer kurzen Beschreibung der Klinik:
Bei dem Betreiber des Krankenhauses handelt es sich um einen indischen Konzern. Ja, dieser besitzt neben dieser Klinik auch noch irgendwelche Industrien und sonstige Dinge. Finanziert wird das Ganze vor allem durch die hohen Studiengebühren, die Studenten bezahlen müssen, um dort ihre Ausbildung zu erhalten. Dabei handelt es sich um ca. 30 000 €, was für einen Nepali nie erschwinglich ist. Somit studieren dort vorwiegend indische Studenten, wobei ich auch einen Nepali kennen gelernt habe, der ein staatliches und stattliches Stipendium bekommen hat.
Auch die Ärzte sind hauptsächlich Inder.
Der Direktor der Klinik legt sehr viel Wert auf Sauberkeit und ordentliche Arbeitsweise seines Personals, was zur Folge hat, dass es dort Gott sei Dank nicht so dreckig und unübersichtlich zu geht, wie in den staatlichen Krankenhäusern. Der Standard an Geräten und Behandlungsmethoden ist zwar nicht ganz mit unserer High-Tech-Medizin zu vergleichen, aber ich würde ihn doch als recht hoch einschätzen. Wer Geld hat bekommt alles – auch eine Strahlentherapie mit dem neuesten Siemensgerät aus Deutschland.
Wie überall müssen auch hier die Patienten ganz für die Kosten ihrer Behandlung aufkommen und diese ist doch etwas teurer, als im staatlichen Krankenhaus. Ein weiteres Problem stellt die indische Belegschaft dar, die sich erstens nicht so gut mit den Nepalesen verständigen kann und zweitens auch sehr herablassend zu diesen ist. Wie überall wird nicht sehr viel Wert auf die persönliche, miteinbeziehende Beziehung zum Patienten gelegt.
Was ich noch erwähnen sollte, ist das riesige Gebäude. Der Architekt hat zuvor anscheinend nur Hotels gebaut und genauso wirkt auch dieses Krankenhaus – Marmor, riesige Zimmer und eine richtige Eingangshalle. Es war sogar Schauplatz eines bekannten Kinofilms, den ich selbst gesehen habe. Hier eine kurze Werbeeinlage für das Nepalikino – sollte man gesehen haben.
Zu meiner Famulatur dort: Ich war 10 Tage auf der Gynäkologie und die restliche Zeit auf der Inneren.
Die Ärzte sind sehr nett und teilen ihr Wissen gerne, sind auch begeistert, wenn man sich interessiert zeigt. Mein Problem war anfangs die Sprache, da ich dem Indischenglisch nicht immer so schnell folgen konnte, wie es gesprochen wurde. Vor allem, wenn der Sprecher auch nebenbei noch seinen Mundschutz halb gegessen hat. Aber auch daran gewöhnt man sich mit der Zeit. Wenn möglich sollte man sein Nicht-Antworten auf etwaige Frage baldigst damit erklären, dass wir unsere Lektionen hier auf Deutsch lernen und es uns doch erhebliche Schwierigkeiten bereitet erstens die Frage zu verstehen, zweitens die Antwort zu wissen, drittens diese auf Englisch wieder zu geben. Vielleicht war es auch nur mein Problem, das will ich jetzt gar nicht abstreiten, aber ich denke anfangs müssen die mich für total besch.. gehalten haben, bis ich dieses Problem erläutert habe.
Was waren meine Aufgaben? Aufgaben an sich hatte ich eigentlich gar keine. Denn alles, was bei uns ein Famulant so tut, wie Blut abnehmen, Braunülen legen, Papierkram durch die Gegend tragen, das tun dort alles die Krankenschwestern. Diese sind laut meinen lieben deutschen Kollegen, vor allem Thomas Saur, leider nicht so hübsch, wie die im staatlichen Krankenhaus. Diese Tatsache war für mich jedoch nicht wirklich störend, zumal sie alle sehr nett sind.
Somit war ich meist damit beschäftigt abwechselnd auf Patient und in mein schlaues Buch zu sehen. Denn die Krankheiten sind schon sehr beeindruckend, vor allem aber sehr ausgeprägt, da der Nepali an sich ja erst recht spät in die Klinik kommt.
Ich habe also einiges über Malaria, Cholera, Typhus, COPD, Herzfehler und leider auch offene TB gelernt, die dort etwas anders gehandhabt wird, als bei uns – von wegen Isolation oder Mundschutz.
Auf der Gyn, ja da habe ich viele süßeste Babys gesehen und ihre Lage tastenderweise im Bauch bestimmt. Außerdem durfte ich auch kolposkopieren und Muttermünder beurteilen, natürlich nicht allein – aber immerhin. Leider gab es auch sehr viele Fehlgeburten bei zum Teil sehr jungen Mädchen.
Ich denke, wenn man sich interessiert und viel fragt, dann darf man auch viel tun und lernt eine Menge. Die Ärzte selbst sind auch sehr interessiert und man muss etwas vorsichtig sein, da man am liebsten von allem männlichen Studenten geheiratet werden will. Ich könnte mir ja jetzt einbilden, dass es an meiner Person lag, aber ich will realistisch sein – einfach die Tatsache aus Europa zu stammen reicht schon aus ;-)
Zusammenfassend lässt sich also zusammenfassen: Ich hatte viel Freude, habe sehr viele wertvolle, wenn auch nicht nur schöne Erfahrungen gemacht und viel gelernt obendrein. Was will man mehr.
Da bleibt nur noch ein wichtiges Detail zu erwähnen: Entgegen meiner anfänglichen Meinung für meine 100 Dollar würde ich die Zeit auch bestätigt bekommen, ohne immer da zu sein, war das gar nicht so einfach und ich musste feststellen, dass die etwas militärisch anmutende Chefin sehr genau wusste, wann ich wo war und wann nicht. Tja Schicksal könnte man böse sagen. Also schön brav sein!

Pokhara – das Leben in einer Heimat auf Zeit

Alles was man so als Tourist über Pokhara wissen möchte, kann man ohne weiteres in den verschiedensten Reiseführern nachlesen. Und weil man ja zunächst als ein solcher kommt und das auch trotz Arbeit dort ein Stück weit bleibt, ist das sicher auch keine schlechte Idee.
Ich wollte hier ein wenig von dem erzählen, wie wir die Stadt erlebt haben und was man so mit der Zeit über das Touristische hinaus kennen lernt.

Als wir nach einer über 30stündigen Reise und 2 Tagen Kathmandu in Pokhara gelandet sind, waren wir über die Grünheit und Schönheit dieses Städtchens sehr erstaunt. Es gab von den meisten Dingen etwas weniger als in Kathmandu, Lärm, Menschen, Slums, Taxis, Strassen, von anderen aber auch etwas mehr, wie Gras und damit auch Kühe und mehr Platz.

Nach einem sehr herzlichen Empfang durch Madans Mutter, Tante Kalpana und ihrem kleinen Sohn, sowie Onkel Hari, fuhren wir nach Lake Side. Dort hatten wir in einem Art Wilhelma Park mit Palmen und Pavillosns unser Frühstück am See.

Lake Side, das touristische Viertel, scheint sich auf alle möglichen Bedürfnisse seiner ausländischen Besucher eingestellt zu haben. Man bekommt dort einfach alles, von Nutella über Tampons zu frischem Saft, Massagen, leckeres Essen und und und. Dort haben wir also die meiste Zeit verbracht, wenn wir gerade nicht im Krankenhaus waren – natürlich!

Auffällig war, dass wir zu dieser Zeit so ziemlich die einzigen Touristen waren und somit auch Ziel zahlloser „Angebote“. Kaum den großen Zeh aus dem Hotel geschoben, schon wollten tibetische Frauen uns ihre Geschichte erzählen. Natürlich habe ich mich als kultur-offene Reisende sehr darüber gefreut, dass ich etwas über ihre Story erfahren durfte und habe mich zu ihr gesetzt. Nach ein paar Sätzen meinte sie dann, ob ich nicht ihre schönen Schmuckstücke sehen wollte, von denen sie einen ganzen Rucksack voll besaß. „Only look“ So ganz allmählich schlich sich der Gedanke heran, dass ich eventuell eines kaufen sollte. Das Ende vom Lied war ein schönes Armbändchen zum Preis von 100Rs (ein ganzer Tageslohn) nach wirklich jämmerlichen Versuchen mit dieser Frau zu handeln. Gut, jeder macht seine Erfahrungen. Nun gibt es nicht nur tibetische Frauen, die einem etwas von ihren schönen Dingen verkaufen wollen, nein – da ist noch der FruitJuiceMann, die Jungs die Hasch hauchen und nette Menschen, die dich für ein Überleben beim Trekking ausstatten wollen und natürlich nicht zu vergessen die Taxifahrer, die einen auch die letzten 100m Fußweg zum Hotel fahren möchten.

„Malai Chaidaina“ oder so ähnlich – der Satz der Rettung: Ich brauche nichts! Nach 2 Wochen Pokhara wurden wir bei unserem Weg durch die Straße eigentlich nur noch durch ein „You want some fruit juice“ aufgehalten. Der FruitJuiceMan wollte einfach nicht aufgeben.
Es gab natürlich auch ein Pokhara außerhalb Lake Side – zum Beispiel Mahendra Pul, die Einkausmeile – Geschirr, Kleidung, Gewürze – einfach alles was das Herz begehrt. Dort kaufen auch die Nepalis ein, also ist es nicht ganz so teuer. Wir wollen aber nicht naiv sein und glauben, wir würden die gleichen Preise bezahlen.

Jetzt muss ich gerade selbst über den Ausdruck „teuer“ schmunzeln. Eigentlich ist dort nichts teuer, aber nach 8 Wochen überlegt man dann doch, ob man für die Fleecejacke wirklich umgerechnet 5,50€ statt die angestrebten 5€ zahlen soll. Alles ist relativ, das hat ein berühmter Mann mit grauer Sturmfrisur erfunden.

Um also die Inflation nicht anzukurbeln haben wir immer ganz brav eifrig gehandelt und verglichen. Der Satz „Good for you and good for me“ hat sich dabei wirklich bewährt. Was im Zusammenhang mit Konsumverhalten eventuell noch von Bedeutung sein könnte: wenn man schon in Deutschland dazu tendiert, gerne und oft Geld für alles mögliche, wie zum Beispiel Kleidung auszugeben (vor allem wir weiblichen Spezies), dann kann einem Nepal das Genick brechen. Dies weniger finanziell, als durch das immense Gewicht, das sich irgendwann anhäuft. So flog ich mit 16kg inklusive 2kg Schokolade und Gummihandschuhen in Deutschland los und kehrte mit 27kg wieder nach Hause, wobei Schokolade und Handschuhe nicht mehr dabei waren. Und ich war noch nicht die mit dem meisten Gepäck!

Fazit: Trotz Entwicklungsland bekommt man in Nepal alles, wenn man nur das nötige Geld mitbringt.

Nun folgt ein abrupter Themenwechsel mangels Idee einer Überleitung:

Verkehr – dieser mag ruhiger als in Kathamndu sein, aber im Vergleich zu unserem geordneten Ländle immer noch absolutes Chaos. Es herrscht das Darwinsche Gesetz: Survival of the fitest und vielleicht auch noch von dem mit der lautesten Hupe. Die Stärksten und auch rücksichtslosesten sind die Trucks, die auf den ersten Blick ganz nett aussehen. Obwohl auf jedem Truck Speed Control steht, scheinen die Fahrer davon noch nichts gehört zu haben. Man wird mit uncontrolled Speed überholt und gleichzeitig in einen Rußnebel gehüllt, dass einem die Zähne knirschen. Trotzdem haben sich einige von uns waghalsig Motorräder ausgeliehen – eine Obi-Kundenkarte reicht dabei als Führerschein völlig aus.

Um die Verkehrssituation noch zu verdeutlichen. Ein sehr ernster Madan (!) hat uns erklärt, dass wir wirklich aufpassen müssen, nicht angefahren zu werden. Der Anfahrende kehrt dann nämlich um und man wird schnell der Illusion beraubt, dass dieser einem helfen wolle. Nein, um es mit den Worten der Nepalis zu sagen, er macht Chutney. Das bedeutet, man wird einfach vollends dahingerafft, weil es dem Unfallverursacher billiger kommt, einen Verkehrstoten zu „bezahlen“ als das Leben lang für einen Invaliden aufzukommen. So ist das.

Wo wir also gerade bei Chutney waren, will ich zum Schluß noch ein paar Worte über das Essen, eines unserer elementarsten Bedürfnisse, verlieren. Es gibt Essen soviel und so oft man möchte, was man möchte und wie man es möchte. Von Pizza, Weiner Schnizel über Taccos – alles. Der Nepali an sich ist dabei sehr anspruchslos, er isst 2 mal täglich an 365 Tagen im Jahr sein Dhal Bhat – Reis mit Linsensoße und Beilage, wirklich lecker! Wir sind sehr oft den herzlichen Einladungen von Madans Familie gefolgt und wurden dabei mit dieser Köstlichkeit – gestopft! Insgesamt muss man sich also um sein leibliches Wohl nicht im geringsten Sorgen. Außer man fängt sich einen besonders aggressiven Darmkeim ein, dann hat man eben ein wenig Fltzeka... Aber das hat jeden von uns erwischt und es ging auch bei jedem wieder vorbei.

Jetzt ist ja schon eine ganze Menge über die Stadt und das Leben zusammengekommen, dies kann hier natürlich nur ein Bruchteil sein. Es gibt soviel zu sehen und erleben, aber wahrscheinlich macht es am meisten Spaß das einfach selbst zu tun. Deshalb werde ich hier den Bericht beenden.
Die Moral von der Geschicht: Nehmt euch in Acht und fahrt alle Antennen aus und genießt die Zeit, die ihr dort habt. Schneller als man denkt wird man Teil des Ganzen (wenn auch ein exotischer) und es ist völlig normal auf einem Motorrad ohne Führerschein Kühe auf einer vierspurigen Straße zu umfahren mit den 8000dern im Rücken.

Hotel ABC – you have to see it to believe it

Onkel Hari und sein Hotel – ich glaube, wenn die beiden (und man kann hier wirklich fast von einer liebevollen Partnerschaft sprechen) nicht so gewesen wären, wie sie waren, dann hätte uns ein sehr entscheidender Teil gefehlt.
Jetzt kann man sich natürlich fragen warum sollte ein Hotel so wichtig sein. Noch dazu waren unsere ersten Erfahrungen in Kathmandu mit nepalesischen Hotels eher nüchtern. Ein Doppelzimmer für drei: Gast1, Gast2 und die obligate Kakerlake.(Respekt vor unseren Kathmandu-Jungs, die dort 5 Wochen in dieser WG gelebt haben).
Zurück zu Onkel Hari: Sein Motto (siehe oben) stimmt ganz einfach – wir waren überwältigt.
In diesem Land des regen Treibens mit vielsten Menschen, Taxis, Kühen, Stromkabeln, Müll, Rikschas, Ich-AGs, Bergen, Moskitos und und und hätten wir nicht damit gerechnet eine solche Oase zu finden. Kaum hatte man den wunderschönen Garten (dazu später mehr) betreten, viel der ganze Stress eines langen Tages in Nepal von uns ab und ein immer freundliches „Oh, hello how are you“ empfing uns. Darauf folgte auch gleich unweigerlich „You want some tea? Milk tea or black tea?“ Und da Tee in Nepal niemals wirklich Umstände macht, lautete die Antwort meistens „ja“ (bzw „yes“ natürlich).
So hatten wir bald die feste Tradition der Tea-Time eingerichtet. Morgens vor dem Start und abends vor dem Schlafen, trafen wir uns mit Onkel Hari um ein bisschen zu Plaudern. Hari hatte dabei häufig die Funktion einer Zeitung und informierte uns unabhängig (!) über die aktuellen Ereignisse. Dabei war sein wunderschöner Garten Kulisse, oder auch bei schlechtem Wetter das Foyer seines Hotels. Selbst Stromausfälle („Es gibt Tage in Nepal, an denen das Stromnetz den ganzen Tag stabil ist“) waren kein Grund, die Tea-Time ausfallen zu lassen, bei Kerzenschein war es schließlich fast noch gemütlicher.
Wer über Onkel Hari und sein Hotel schreibt, der begeht ein großes Vergehen, wenn er den Garten nicht erwähnt. Wenn ich von einer Partnerschaft zwischen Hari und seinem Hotel gesprochen habe, so muss ich das Verhältnis zwischen ihm und seinem Garten wohl als tiefverwurzelte (welch passendes Wort)Liebesbeziehung beschreiben. (Böse Zungen behaupten tiefer als zu Mausi).
Der Garten war ein kleiner Park, der jeden Tag gehegt und gepflegt wurde. Der sonst nicht aus der Ruhe zu bringende Hari reagierte auf Fußbälle von bayrischen Füßen aus dem (offenen!) Fenster getreten, für uns zunächst völlig überraschend erregt.
Wunderschöne Blumen, weicher Rasen – all das hat dazu beigetragen, dass Hotel ABC wirklich ein zu Hause war.
Vielleicht noch ein paar kurze Wort zu den Zimmern: schön und sauber, jedes mit Balkon, Dusche und Klo, bequeme Betten und beim Blick aus dem Fenster: die 8000m hohen Berge, die Luftlinie nur 40km entfernt sind.
Außerdem hat das Hotel ein Roof Top, wo Wäsche getrocknet, Beine bebräunt und Saufgelage abgehalten werden können (nicht das wir das getan hätten).
Hotel ABC war wirklich ein Zuhause und es war am Ende sehr schwer sich zu verabschieden.
Wir möchten an dieser Stelle Onkel Hari für alles danken, was er für uns getan hat, und das war eine ganze Menge. Waren es Kleinigkeiten, wie ein Waage fürs Gepäck besorgen oder auch aussichtslose Situationen lösen, wie uns mitten aus den Bergen zurück zu holen, und uns 3 Tage 9h Laufzeit ersparen. Er war nicht nur Ansprechpartner, sondern eine Mischung aus Onkel und Freund (und zwar genau im richtigen Verhältnis), zu dem man immer kommen konnte und auch immer eine ehrliche Antwort bekommen hat, was in Nepal nicht selbstverständlich ist (bei uns ja auch nicht).
Das war also Onkel Hari und sein Hotel ABC.
Danke

Die Hotel Website:

www.go2kathmandu.com/abc/index.htm

Nepal-Evening

Nepal-Evening

Am Dienstag den 25.Januar 2005 fand in H20 der Universität Ulm unser Nepal Informationabend statt.

Vor etwa 120 Gästen konnten wir unser Programm, wie es im Sommer 2004 stattfand, vorstellen. Es gab Berichte zu den einzelnen Famulaturen und Praktika ebenso wie zu den verschiedenen Aktivitäten und Trekking Touren, die wir unternommen haben.

Madan und Daniel gaben für die kommenden Interessierten Auskunft, wie eine Famulatur in Nepal aussieht und welche Vorraussetzungen dafür nötig sind. Ferner verrieten sie auch schon ein paar spezielle Tipps bezüglich der Vorbereitungen, die man für eine solche Reise treffen sollte.

Als kleine Überraschung tanzte Madan mit einer Nepalesin einen traditionellen Nepali Tanz!